zu Kohlis Garten

Anbau

HerbstWinterFrühlingSommer

Knoblauch ist eines der dankbarsten Gemüse für den Garten. Er wird im Herbst gesteckt, wächst ohne viel Pflege durch den Winter und wird im Sommer geerntet, wenn in vielen Beeten gerade Platz frei wird.

Wie es bei mir selbst läuft, steht unter Kohlis Knoblauch-Pflanzen.

Das Knoblauchjahr

JFMAMJJASOND SteckenSchutznetzSchäfteErnteTrocknen

Pflanzgut

Am besten kauft man Pflanzknoblauch im Gartenhandel oder bei Saatgutanbietern. Knoblauch aus dem Supermarkt stammt oft aus wärmeren Ländern, ist nicht an unser Klima angepasst und manchmal gegen das Austreiben behandelt. Außerdem kann er Krankheiten und Älchen mit ins Beet bringen. Die Knolle wird erst kurz vor dem Stecken in Zehen zerlegt. Die großen äußeren Zehen ergeben die größten Knollen, die kleinen inneren wandern in die Küche.

Stecken

Winterknoblauch wird von Mitte September bis Mitte November gesteckt. Er bildet vor dem Frost noch Wurzeln und oft schon die ersten Blattspitzen. Hardneck-Sorten brauchen die Kälte des Winters sogar, um im Frühjahr richtig Knollen und Zehen anzulegen. Frühjahrsknoblauch kommt im Februar und März in die Erde, sobald der Boden offen ist. Dafür eignen sich vor allem Softneck-Sorten, die Knollen bleiben aber meist kleiner.

Die Zehen werden mit der Spitze nach oben etwa fünf Zentimeter tief gesteckt, in rauen Lagen etwas tiefer. In der Reihe brauchen sie 10 bis 15 Zentimeter Abstand, zwischen den Reihen 25 bis 30 Zentimeter. Auch im Kübel gedeiht Knoblauch, wenn das Gefäß tief genug ist und das Wasser gut abfließen kann.

Standort und Boden

Knoblauch liebt einen sonnigen Platz und lockeren, durchlässigen Boden. Staunässe verträgt er gar nicht, dann faulen die Zehen. Er ist ein Mittelzehrer: Etwas reifer Kompost im Herbst genügt, frischer Mist dagegen fördert Fäulnis. Damit sich keine Krankheiten im Boden anreichern, sollte er erst nach drei bis vier Jahren wieder auf ein Beet kommen, auf dem zuvor Zwiebeln, Porree oder Knoblauch standen.

Als Nachbarn passen Erdbeeren, Tomaten, Möhren und Rote Bete. Neben Bohnen, Erbsen und Kohl fühlt er sich weniger wohl.

Pflege

Jäten: Knoblauch hat schmale Blätter und wenig Konkurrenzkraft. Ein unkrautfreies Beet ist deshalb die wichtigste Pflege. Beim Hacken vorsichtig sein, die Wurzeln liegen flach.

Gießen: Im Frühjahr, wenn die Knollen wachsen, braucht er bei Trockenheit Wasser. Ab Mitte Juni wird kaum noch gegossen, damit die Knollen ausreifen und die Hüllen fest werden.

Düngen: Im zeitigen Frühjahr eine dünne Gabe Kompost oder organischer Dünger reicht völlig. Zu viel Stickstoff macht die Pflanzen anfällig und die Knollen schlecht lagerfähig.

Schäfte brechen: Bei Hardneck-Sorten erscheint im Juni der Blütenschaft. Wer ihn abbricht, sobald er sich einmal gekringelt hat, bekommt spürbar größere Knollen. Die jungen Schäfte sind eine Delikatesse und schmecken angebraten wie milder Knoblauch mit grünen Bohnen.

Mulchen: Eine dünne Schicht Laub oder Stroh schützt im Winter vor Kahlfrost und hält im Frühjahr die Feuchtigkeit im Boden.

Ernte

Winterknoblauch ist meist ab Ende Juni bis Mitte Juli reif, Frühjahrsknoblauch im Juli und August. Der richtige Zeitpunkt ist gekommen, wenn etwa ein Drittel bis die Hälfte der Blätter von unten her gelb und braun geworden ist. Jedes noch grüne Blatt bildet eine schützende Hülle um die Knolle, deshalb nicht zu lange warten. Sonst platzen die Hüllen auf und die Knollen halten nicht mehr so gut.

Die Knollen werden mit einer Grabegabel gelockert und nicht am Laub herausgezogen. Erde nur vorsichtig abklopfen und den Knoblauch nicht waschen.

Trocknen und Lagern

Nach der Ernte trocknet Knoblauch zwei bis vier Wochen an einem luftigen, schattigen und trockenen Ort, in Bündeln aufgehängt oder als Zopf geflochten. Danach werden Wurzeln und Stängel gekürzt. Gelagert wird er dunkel, trocken und luftig bei Zimmertemperatur oder etwas kühler, aber nicht im Kühlschrank, denn dort treibt er bald aus.

Krankheiten und Schädlinge

Lauchrost

Der Pilz Puccinia allii bildet orangefarbene Pusteln auf den Blättern, vor allem in feuchten Sommern. Weite Pflanzabstände und eine maßvolle Düngung helfen. Befallenes Laub gehört in den Restmüll.

Lauchminierfliege

Ihre Larven fressen Gänge in Blätter und Knollen. Ein feinmaschiges Kulturschutznetz während ihrer Flugzeiten im März und April sowie im September und Oktober hält sie zuverlässig fern.

Weißfäule

Ein weißes Pilzgeflecht am Zwiebelboden, die Pflanzen vergilben und sterben ab. Die Dauerformen des Pilzes überleben viele Jahre im Boden. Deshalb ist eine lange Anbaupause so wichtig.

Fäulnis durch Nässe

In schweren, nassen Böden faulen die Zehen schon im Winter. Ein durchlässiger Boden, eventuell ein Hügelbeet, und kein frischer Mist beugen vor.

Stängelälchen

Winzige Fadenwürmer, die Knollen schwammig und rissig machen. Sie kommen meist mit befallenem Pflanzgut ins Beet. Gesunder Pflanzknoblauch ist der beste Schutz.

Eigenes Pflanzgut

Von der eigenen Ernte legt man die schönsten und größten Knollen beiseite und steckt ihre Zehen im Herbst wieder. Über die Jahre passt sich der Knoblauch so immer besser an den eigenen Garten an. Wer Hardneck-Knoblauch anbaut, kann auch die Brutzwiebeln aus dem Blütenschaft aussäen. Im ersten Jahr wächst daraus eine runde, ungeteilte Knolle, ein sogenannter Rundling. Wird er im Herbst erneut gesteckt, entsteht im zweiten oder dritten Jahr eine vollständige Knolle mit Zehen. Das dauert länger, ist aber eine günstige Art, gesundes Pflanzgut zu vermehren.