Geschichte
Knoblauch begleitet die Menschen seit mindestens 5000 Jahren. Er war Proviant für Pyramidenbauer, Heilmittel für Ärzte der Antike und Schutzzauber gegen böse Geister. Heute wird er auf der ganzen Welt angebaut.
Ursprung in Zentralasien
Die wilden Vorfahren des Knoblauchs stammen aus den Gebirgen Zentralasiens, aus der Gegend des Tian Shan zwischen dem heutigen Kasachstan, Kirgistan und dem Westen Chinas. Dort wachsen bis heute Knoblauchformen, die noch Blütenschäfte bilden und genetisch sehr vielfältig sind. Von hier aus brachten ihn Händler und Nomaden schon früh nach Westen in den Vorderen Orient und nach Osten bis nach China.
Knoblauch aus Ton
In vorgeschichtlichen Gräbern in Ägypten finden sich Nachbildungen von Knoblauchknollen aus Ton. Sie gehören zu den ältesten Hinweisen auf Knoblauch überhaupt.
Keilschrift
In Mesopotamien taucht Knoblauch in Texten der Sumerer auf, unter anderem in Listen über Gärten und Vorräte.
Im Grab des Tutanchamun
Unter den Grabbeigaben des jungen Pharaos finden Archäologen auch Knoblauchknollen.
Proviant für Pyramidenbauer
Der griechische Geschichtsschreiber Herodot berichtet von einer Inschrift an der Cheops-Pyramide. Sie soll festhalten, wie viel Silber für Rettiche, Zwiebeln und Knoblauch der Arbeiter ausgegeben wurde.
Kraft für Athleten und Soldaten
Griechen und Römer schätzen Knoblauch als Stärkungsmittel. Der Römer Plinius der Ältere zählt in seiner Naturgeschichte zahlreiche Heilanwendungen auf. Mit den Legionen gelangt Knoblauch nach Mitteleuropa.
Im Garten Karls des Großen
Die Landgüterverordnung Capitulare de villis nennt Knoblauch unter den Pflanzen, die auf den kaiserlichen Gütern angebaut werden sollen.
Hildegard von Bingen
Die Äbtissin beschreibt Knoblauch in ihren Schriften und empfiehlt, ihn maßvoll und lieber roh als gekocht zu essen.
Über den Atlantik
Spanische und portugiesische Seefahrer bringen Knoblauch nach Amerika, wo er besonders in Mexiko und Südamerika rasch heimisch wird.
Der Essig der vier Diebe
Während der Pest in Marseille sollen Plünderer sich mit einem Essig voller Knoblauch und Kräutern geschützt haben. Die Geschichte ist eine Legende, das Rezept wurde aber lange verkauft.
Pasteur im Labor
Louis Pasteur beobachtet, dass Knoblauchsaft Bakterien abtötet. Es ist einer der ersten wissenschaftlichen Belege für die Wirkung des Knoblauchs.
Dracula
In Bram Stokers Roman vertreibt Knoblauch den Vampir. Der alte Volksglaube aus Südosteuropa wird damit weltberühmt.
Allicin entdeckt
Die US-Chemiker Chester J. Cavallito und John Hays Bailey isolieren Allicin und erklären damit Geruch und Wirkung des Knoblauchs.
Weltweit gefragt
Jedes Jahr werden weltweit rund 28 Millionen Tonnen Knoblauch geerntet, etwa drei Viertel davon in China. Es folgen Indien und Bangladesch. In Deutschland wird nur wenig angebaut, der meiste Knoblauch kommt aus Spanien und China.
Viele Sorten und ihre Herkunft finden sich in der Datenbank.